Mitarbeiter in Regionalbanken sind ehrlicher

Großenlüder, 11.04.2019

Raiffeisenbank Großenlüder beteiligt sich an der Umfrage der Hochschule Fulda.

Im Zuge der Finanzkrise vor zehn Jahren hat das Ansehen der Banken in der Öffentlichkeit gelitten.

Das Fehlverhalten einzelner Banken bzw. einzelner Mitarbeiter dieser Banken hat sich pauschal auf die gesamte Bankbranche übertragen. Eine internationale Studie bestätigte zudem seinerzeit, dass Mitarbeiter von Großbanken bei Fragen zu ihrer Banktätigkeit häufig schummelten. Dieses unehrliche Verhalten führten die Autoren der Studie auf die Unternehmenskultur von Großbanken zurück.

Eine aktuelle Umfrage von Prof. Dr. Kai-Oliver Maurer vom Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Fulda, an der auch die Mitarbeiter der Raiffeisenbank Großenlüder zusammen mit drei weiteren Genossenschaftsbanken aus dem Raum Fulda teilnahmen, hat nun jedoch gezeigt, dass Mitarbeiter von regionalen Banken ehrlicher als die Kollegen der Großbanken sind. Es nahmen 186 osthessische Banker teil, Auszubildende und Vorstände waren ausgeschlossen. Es sollte überprüft werden, wie ehrlich sich die Befragungsteilnehmer bei einem Gewinnspiel verhalten. Es bestand nämlich ein Anreiz, dabei zu schummeln. Entscheidend war, ob sich diejenigen Teilnehmer, denen zu Beginn einige Fragen zu ihrer Banktätigkeit gestellt wurden, anders verhalten als diejenigen, denen Fragen zu Freizeit und Urlaub gestellt wurden. Insgesamt konnten keine Unterschiede festgestellt werden.

Die direkte Vergleichsgrundlage zu der Umfrage bildete eine Studie der Forscher Alain Cohn, Ernst Fehr und Michel Andre Maréchal aus dem Jahr 2014. Sie untersuchten Ehrlichkeit als einen Aspekt der Unternehmenskultur bei Mitarbeitern einer internationalen Großbank. Dabei konnten die Mitarbeiter, um die Chancen auf einen ihnen möglichen Gewinn zu erhöhen, bei der Eingabe von Ergebnissen schummeln. Die Banker der regionalen, genossenschaftlichen Institute antworteten dabei deutlich ehrlicher als die Mitarbeiter der Großbank.

 

Als Erklärung dafür nennt Prof. Dr. Maurer grundsätzlich die unterschiedliche Unternehmenskultur und führt dazu drei Gründe an:

Viele Kunden von Genossenschaftsbanken sind gleichzeitig Mitglieder respektive Eigentümer der Bank. Zudem weichen die Geschäftsfelder von großen, internationalen Banken ab. Darüber hinaus spielt die regionale Verwurzelung der Banken und somit ihrer Mitarbeiter eine Rolle. Mitglieder, Kunden und Mitarbeiter kennen sich oft auch außerhalb der Bank.

Über das Ergebnis freut sich auch Torsten Leinweber, Vorstand der Raiffeisenbank Großenlüder und der Raiffeisenbank Flieden: „Im Ergebnis handeln unsere Mitarbeiter ehrlich und im Sinne der Kunden. Unsere genossenschaftliche Unternehmenskultur wird somit bestätigt. Sie grenzt sich wesentlich von denen der national und international agierenden Banken ab und bildet ein Fundament für eine hohe Kundenorientierung. Das Geschäftsmodell basiert auf den Werten Vertrauen, Anstand und Fairness. Dies wird von unseren regional verwurzelten Mitarbeitern gelebt. Dazu kommt ein starkes, lokales Netzwerk, das uns bei Förderung der Mitglieder und der Wirtschaft vor Ort hilft.“

 

Anbei finden Sie den offiziellen Bericht der Hochschule Fulda zur Studie zum Nachlesen: